Wassergeflüster

Hildegard Lillin

k-Autorenbild_HildaAls ehemalige Literaturstudentin liebe ich Bücher, und das schon seit meiner Kindheit. Ich liebe vor allem lebendige literarische Texte. Frei nach Fontane: Sie zeichnen im Kopf des Lesers Figuren, die dort weiterleben. Charaktere, die uns als Leser Wochen, Monate, vielleicht sogar ein Leben lang begleiten. Manchmal können diese Geschichten und Figuren unseren Blick aufs Leben verändern, ihn schärfen.

Nach meinem Germanistikexamen absolvierte ich ein Volontariat im Lektorat eines Kunstbuchverlags in München. Dabei entdeckte ich unter anderem mein eigenes Schreibtalent wieder. Nun verfasse ich als Redaktionsfrischling im Corporate Publishing auch eigene redaktionelle Texte.

Als ich von dem Buchprojekt Wassergeflüster hörte, war ich begeistert: Von der Idee, die Flutkatastrophe von Deggendorf in lebendigen Figuren und Geschichten zu verarbeiten, und das im Dialog mit Betroffenen sowie Helfern. Dass der Erlös der Jugendarbeit des Kreisjugendrings Deggendorf zugute kommt, hat mich schnell überzeugt und ich war mit an Bord. Als Lektorin begleite ich das Projekt seit fast acht Monaten.

Meine eigene Kurzgeschichte entstand im „Tandem“ mit Ben Pangerl. Vor seiner Arbeit als Rettungssanitäter und Abschnittsleiter des Roten Kreuzes in Deggendorf habe ich großen Respekt. In meiner Geschichte erzähle ich von einem jungen Mann, der im Beruf und während der Flut viel Leid gesehen hat. Seitdem weiß er die glücklichen Augenblicke im Leben noch mehr zu schätzen. Denn das Leben kann jeden Moment vorbei sein. Wenn Menschen Hilfe brauchen, sieht er nicht weg, sondern packt da mit an, wo es brennt: Er rettet Leben, Tag für Tag. Das sind sein Beruf und seine Berufung.