Wassergeflüster

Leseproben

Hier ein paar Leseproben verschiedener Texte unserer Autoren. Viel Spaß beim reinschmökern. :-)

“Für Helden zu viel” von Elke Riedel

Ein Stall. Drei Reihen. Achtundsechzig Stück Vieh. Und ich bin die Erste, gleich rechts neben der Stalltür. Der Boden ist vom Wasser verdeckt. Warum das so ist, wissen wir nicht. Das Heu liegt vor uns und wir kauen genüsslich, denn wir sind Wiederkäuer. Acht bis elf Stunden am Tag. Das tun wir richtig gerne. Nur der Regen nervt. Das Trommeln auf dem Dach geht einem gewaltig auf die Hörner. Das stetige Prasseln ─ Tag und Nacht ─ ist eine leise Folter für die Nerven. Man ist doch schließlich auch nur eine Kuh.

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“Zusammenrücken” von Edith Anna Polkhen

Tagebucheintragungen Mai/Juni 2013

Seit Wochen regnet es.
Der Boden scheint das Wasser gar nicht mehr aufnehmen zu können. Sogar mein Garten ist voller sumpfiger Wasserpfützen, obwohl unser Grundstück weit oben an einem Hang liegt. Wir im Ortsteil Scheuering sind vor jedem Hochwasser sicher, aber trotzdem schalte ich das Radio bei den Nachrichten lauter und schaue mehrmals täglich die aktuellen Meldungen zu den Pegelständen des Hochwassers im Internet an.

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“Heute mal nicht Kafka” von Melanie Pflamminger

Es war die typische Reizwortgeschichte: Junge – Ball – Auto. Und der Lehrer blickte mit versteinerter Miene durch das Fensterglas. Warum wir Elftklässler diesen kindischen Arbeitsauftrag bekamen? Ich weiß nicht. Vielleicht erträgt man Kafka nur, wenn einem die Welt um einen herum rosig erscheint. Doch heute war keiner dieser unbeschwerten Tage, kein ganz normaler Dienstagmorgen.

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